FAQ

  • Welche Möglichkeiten zur Probensammlung gibt es?

    Der Speichel kann mithilfe eines Strohhalms in ein kleines Kunststoffröhrchen gesammelt werden (die sogenannte Passiv Drool Methode, Salimetrics) oder über eine sogenannte Salivette® (Sarstedt), bei der eine synthetische Kunstfaserrolle für ca. eine Minute im Mund sanft gekaut wird. Für die Anwendung bei Kindern und Tieren stehen weitere Sammelsysteme zu Verfügung (Children’s Swab oder Infant’s Swab (beide von Salimetrics)). Diese können auch für die Probenentnahme bei Tieren eingesetzt werden.

  • Was ist bei der Probensammlung zu beachten?

    Eine Stunde vor der Speichelsammlung sollte auf eine Mahlzeit und auf das Zähneputzen verzichtet werden, da Essensreste und mögliche Blutungen durch Verletzung des Zahnfleischs die Probe verunreinigen können Saure oder stark zuckerhaltige Nahrungsmittel können zudem die Assay-Qualität beeinträchtigen, da sie den pH-Wert der Probe senken und das Bakterienwachstum fördern. 10 Minuten vor der Probennahme sollte der Mund zum letzten Mal mit klarem Wasser gespült werden, danach auf Trinken verzichten, da sonst die Probe verdünnt und die Ergebnisse verfälscht würden. Von Speichel-stimulierenden Substanzen wie z.B. Kaugummi wird generell abgeraten. Wenn Sie innerhalb der 12 Stunden Medikamente eingenommen, Nikotin oder Alkohol konsumiert haben, notieren Sie dies bitte. Dokumentieren Sie auch außerdem eventuelle orale Verletzungen oder Krankheiten. Proben, die sichtbar mit Blut kontaminiert sind, sollten erneut gesammelt werden.

  • Wie viel Speichel wird für die Analyse benötigt?

    Für die Speichelanalyse wird ein Mindestvolumen von 500µl benötigt. Bei gleichzeitiger Bestimmung mehrerer Parameter aus einer Probe muss ein entsprechend größeres Volumen erhoben werden. Die übliche Speichelvolumenausbeute bei Verwendung der Salivette® liegt nach Herstellerangabe zwischen 0,8 -1,4 ml. Bei Verwendung der Passiv Drool Methode ist auf eine hinreichende Füllung des Sammelgefäßes zu achten. Bei Kindern und Kleinkindern  besonders vor Erreichen des 6. Monats) gestaltet sich die Speichelsammlung oftmals recht schwierig, gerne unterstützen wir Sie hierbei.

  • Was muss bei der Beschriftung der Proben beachtet werden?

    Bei der Beschriftung der Proben ist es wichtig, Datum und Uhrzeit korrekt zu notieren da viele Biomarker tageszeitliche Schwankungen aufweisen. Diese Daten sollten auch in eine Probenliste eingetragen werden, welche Sie dem Labor elektronisch übermitteln können (Excel-File). Falls Sie bedruckte Etiketten verwenden möchten, bitte darauf achten, dass diese temperaturbeständig und für mehrere Auftau-Einfrier-Zyklen geeignet sind. Bei einer manuellen Beschriftung muss ein wasserfester Stift benutzt werden. Die Probennummer und / oder die Patientenkennung auf der Seite des Gefäßes und, wenn möglich, auf dem Deckel vermerken. Sortieren Sie die Proben fortlaufend in einer Box oder einem Probenständer.

  • Wie sind die Speichelproben aufzubewahren?

    Die Speichelprobe sollte nach Entnahme gekühlt gelagert werden und möglichst zeitnah an das Labor geschickt werden. Je nach Biomarker sind die Proben bei Raumtemperatur für 3 - 4 Tage stabil. Bei längerer Lagerzeit und in Abhängigkeit der analysierten Biomarkern sollten die Proben zeitnah bei -20°C eingefroren werden.  Wiederholtes Auftauen und wieder Einfrieren ist zu vermeiden.

  • Was ist der Vorteil der blauen Salivette®?

    Zur Speichelgewinnung gibt es von der Firma Sarstedt drei verschiedene Ausführungen mit unterschiedlichen Saugrollen, die sich leicht durch die Farbe der Deckel unterscheiden lassen: Eine Salivette® mit Watterolle (weißer Deckel), eine Salivette® mit Kunstfaserrolle (blauer Deckel) und eine Salivette® mit einer mit Zitronensäure präparierten Watterolle (grüner Deckel). Die Cortisol-Salivette® mit dem blauen Deckel enthält als Saugmaterial eine biokompatible Kunstfaserrolle. Sie zeichnet sich durch eine sehr hohe Cortisol-Wiederfindungsrate von nahezu 100% aus und eignet sich besonders, wenn nur geringe Speichelmengen und/oder ein niedriger Cortisol-Spiegel erwartet werden. Zur Cortisolbestimmung empfehlen wir ausdrücklich die blaue Salivette®.

  • Was ist die Passive Drool Methode®?

    Die Passiv Drool Methode ermöglicht ein einfaches und schnelles Sammeln von Speichel mit dem großen Vorteil, dass alle Analyte zuverlässig nachgewiesen werden können. Auch sind die Sammelgefäße für eine Lagerung bei -80°C geeignet. Nicht geeignet bei Kindern unter 6 Jahren.

  • Für welche Analyte ist die Cortisol-Salivette® besonders geeignet?

    Die Cortisol-Salivette® (blauer Deckel) von Sarstedt  wurde speziell für die Bestimmung von Speichel-Cortisol  entwickelt. Die Eignung für weitere Biomarker ist denkbar, kann aber laut Hersteller nicht vorausgesetzt werden. Anhand von Literaturrecherche ist eine Anwendung für die Bestimmung von α-Amylase und Testosteron möglich. Durch ihre einfache und hygienische Anwendung ist die Salivette® besonders für Biomarker geeignet, die im Stundenrhythmus schwanken.

  • Wie kann mit der Salivette® Speichel gewonnen werden?

    Für die Probengewinnung wird die Salivette® geöffnet, die Saugrolle entnommen und in den Mund gelegt. Nach 45 Sekunden bei leichter Kieferbewegung kann die vollgesaugte Saugrolle zurück in die Salivette® gelegt und diese für Lagerung und Transport mit dem Stopfen verschlossen werden.

  • Für welche Personen ist die Salivette® nicht geeignet?

    Da die Saugrolle ein verschluckbares Kleinteil darstellt, ist von der Anwendung der Salivette® bei Kindern unter 3 Jahren abzuraten.

  • Was ist der DLMO?

    Der "Dim Light Melatonin Onset" (DLMO) ist der Beginn des abendlichen Melatonin-Anstiegs und ist definiert als der Zeitpunkt, an welchem das zirkulierende Melatonin signifikant über den niedrigen Tageswert ansteigt. Melatonin, ein schlafförderndes Neurohormon, ist für die Etablierung des zirkadianen Rhytmus verantwortlich und wird als Reaktion auf Licht / Dunkelheit-Stimulation produziert. Die Melatonin-Sekretion beginnt etwa 2 - 3 Stunden vor der gewöhnlichen Schlafenszeit, steigt bis zur höchsten Konzentration zwischen 2 und 4 Uhr an und fällt während des Tages wieder auf den Tiefpunkt am späten Nachmittag ab. Anhand der DLMO können Störungen der Schlafphasen (vorgezogene (advanced sleep phase disorder, ASPD) oder verzögerte Phase (delayed sleep phase disorder, DSPD)) aufgezeigt werden, so dass die optimale Zeit für Therapieansätze bestimmt werden kann. Die Beziehung zu verschiedenen Krankheiten und genetischen Dispositionen sind Gegenstand der aktuellen Forschung.

  • Wie bestimme ich den DLMO?

    Da die Speichelproben eigenhändig vom Patienten zu Hause in seiner gewohnten Umgebung genommen werden können, entfällt ein Klinikaufenthalt, welcher den Schlafrhytmus erheblich beeinflussen und stören kann. Der DLMO wird durch die Messung des Melatonin-Levels vor und kurz nach der gewohnten Schlafenszeit bestimmt. Im Vorfeld wird für eine Woche ein Tagebuch geführt, durch welches die gewöhnliche Schlafenszeit ermittelt wird. Üblicherweise werden am Abend der Probensammlung halbstündlich Speichelproben genommen, beginnend drei Stunden vor der gewöhnlichen Schlafenszeit bis eine Stunde nach dieser. Wichtig ist, dass das Licht über die gesamte Zeit gedämmt ist und keinerlei elektrische Geräte benutzt werden.