Analysen

Im Speichel können viele Biomarker und Hormone zuverlässig nachgewiesen und analysiert werden.
Unser Labor ist auf die folgende Biomarker spezialisiert, es können aber auch zusätzliche Marker untersucht werden:

  • Cortisol

    • Hauptglucocorticoid, wird in der Nebennierenrinde produziert
    • Seine Produktion unterliegt einem zirkadianen Rhythmus (Höhepunkt am Morgen, fällt bis zum Tiefpunkt in der Nacht ab)
    • Cortisollevel steigt unabhängig vom zirkadianen Rhythmus als Reaktion auf Stress an
    • Speichelcortisol lässt sich zuverlässig mit dem Serumspiegel korrelieren
  • Alpha-Amylase (Speichel-Amylase)

    • Verdauungsenzym, welches in den Speicheldrüsen der Mundhöhle produziert wird
    • Zeigt eine Tagesrhythmik (Abnahme innerhalb von 60 Minuten nach dem Aufwachen, stetige Zunahme im Laufe des Tages)
    • Produktion steigt bei psychischen und physischen Stress stetig an, indem es mit dem autonomen Nervensystem (ANS) kommuniziert
    • Potentieller Ersatz für ANS-Aktivierung
    • Ist flussratenabhängig
  • Testosterone

    • Anaboles Steroidhormon
    • Weist eine Tagesrhythmik auf (höchstes Level am Morgen, niedrigstes Level um Mitternacht)
    • Zur Beurteilung des androgenen Zustands von Männern sowie für die Diagnose des polyzystischen Ovarialsyndroms und des Brustkrebses bei Frauen
    • Zeigt eine hohe Serum-Speichel-Korrelation bei Männer, bei Frauen ist diese nur durchschnittlich
  • Estradiol

    • Das aktivste, natürlich ausgeschiedene Östrogen-Steroidhormon
    • Spielt eine große Rolle in der sexuellen und reproduktiven Fortpflanzung
    • Scheint Einfluss auf individuelle Unterschiede in kognitiven und sozioemotionalen Prozessen, sowie Psychopathologie zu haben
  • Progesterone

    • Steroidhormon, wichtig für Eisprung, Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Menopause
    • Dient als Vorläuferverbindung für viele andere Steroidhormone
    • Ist auch an der Gehirnentwicklung beteiligt
  • DHEA-S

    • Die sulfatierte Version des menschlichen Steroids DHEA, wird primär in der Nebennierenrinde produziert und als Reaktion auf ACTH produziert
    • Dient überwiegend als Vorläufermolekül
    • Es wird eine Beziehung zu mentalen und physischen Belastungen und psychischen Störungen sowie Verhaltensauffälligkeiten angenommen
    • Ergebnisse müssen um die Flussrate korrigiert werden
  • Melatonin

    • Schlafförderndes Neurohormon, welches den Tag-Nacht-Rhythmus steuert
    • Wird von der Epiphyse auf Reaktion der Licht/Dunkelheit-Stimulation produziert
    • Schlafstörungen resultieren in mangelnder Konzentration und Erinnerung, verringerter Produktivität und verminderter Sportleistung

Viele weitere Hormone und Biomarker (u.a. Oxytocin, Vasopressin) können in unserem Labor
oder in Kollaboration mit Partnerlaboren gemessen werden, wir beraten Sie gerne.


Saliva bei Tieren

Das Saliva Lab Trier hat sich neben der Analyse verschiedener Biomarker im humanen Speichel auch auf die Hormonbestimmung bei Tieren spezialisiert. Besonders interessant ist die Messung des Stresshormons Cortisol im Tierspeichel, so dass auf eine Blutentnahme verzichtet werden kann. Im Speichel wird zudem, im Gegensatz zum Blut, nur der freie, biologisch aktive Hormonanteil gemessen, welcher unmittelbar mit der gegenwärtigen Hormonaktivität korreliert.  Außerdem lassen sich Speichelproben von nicht-medizinischem Personal zu mehreren Zeitpunkten erheben, ein großer Vorteil bei der Durchführung von tageszeitlichen oder dynamischen Hormonprofilen. In der Tierforschung werden je nach Fragestellung unterschiedliche Tierarten eingesetzt. Bei Nutztieren wie Schweinen oder Kühen kann die Fleischqualität durch stressbedingte Reize leiden.

Auch die Belastung durch ein erhöhtes Melkvolumen konnte anhand von Cortisol-Messungen bewiesen werden. Ein weiteres interessantes Themengebiet ist die Anwendung der Speichelanalyse in der Zucht, besonders bei Pferden und Hunden, beispielsweise Polizeihunden. Im heutigen Alltag sind Hunde permanent Stresssituationen ausgesetzt. Neben lautem Verkehr und großen Menschenmengen kann auch ein leistungsbezogener Stressor mit Über- oder Unterforderung den Hund belasten und Aggressionsverhalten auslösen. Zugleich wächst in der Gesellschaft der Bedarf an spezialisierten und gut ausgebildeten Hunden (Blindenhunde, Hunde zur Erkennung von gefährlichen Stoffen, Polizeihunde). Für eine effektive Ausbildung ist es wichtig, nur Hunde mit geeigneten persönlichen Merkmalen auszuwählen und zu trainieren. Besonders die Fähigkeit, mit stressigen Situationen umgehen zu können ist entscheidend. Auch bei Hunden steigt die Cortisol-Konzentration ausgelöst durch eine Stresssituation an, so dass Cortisol als Marker zur Erfassung von Stress verwendet werden kann. Bei Pferden gibt es unterschiedliche Erkenntnisse, ob und wenn ja wie viel Training bei den Tieren Stress auslösen kann. Auch, ob bei Pferden ein circadianer Rhythmus vorliegt oder nicht, wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Das ein Transport bei Tieren Stress auslöst ist hingegen unumstritten und konnte anhand des Cortisol-Anstiegs mit der Länge des Transportes assoziiert werden.


Unser Labor nutzt zwei Assay-Methoden:

Kompetitiver ELISA

(am Beispiel von Cortisol)

Beim kompetitiven ELISA ist ein unmarkierter, primärer Antikörper (in diesem Fall gegen Cortisol) an die Mikrotiterplatte gebunden. Die Standards respektive die zu analysierenden Proben konkurrieren mit einem Antigenkonjugat um die Bindungsstellen des Antikörpers. Das Antigenkonjugat ist an ein Enzym gekoppelt, welches ein farbloses Reagenz in ein farbiges Produkt umwandelt. Durch Zugabe einer Säure wird diese Reaktion gestoppt und die optische Dichte in einem Photometer bei definierter Wellenlänge gemessen. Die Cortisol-Konzentration und die gemessene Signalstärke sind umgekehrt proportional, d.h. je geringer die Signalstärke, desto größer die Konzentration in der Probe.

Kinetischer Assay

(am Beispiel der α-Amylase)

Die kinetische Methode nutzt die Enzymaktivität des zu analysierenden Enzyms. Im Testansatz wird ein Substrat, welches an Maltotriose gekoppelt ist, umgesetzt. Das Produkt dieser Hydrolyse kann photometrisch bei definierter Wellenlänge gemessen werden. In diesem Fall ist die Menge von α-Amylase in der Probe direkt proportional zum Anstieg der Absorption.

Die Sensitivität der verwendeten Assays (Salimetrics, USA) finden Sie in nachfolgender Tabelle:

Sensitivität
(die minimale Konzentration, die von 0 unterschieden werden kann)
Cortisol0.19 nmol/L
Alpha-Amylase2.0 U/mL
Estradiol0.1 pg/mL
Progesterone0.5 pg/mL
Testosterone1.0 pg/mL
DHEA-S43.0 pg/mL
Melatonin1.37 pg/mL

Nebens Assays der Firma Salimetrics, USA kann unser Labor auf Anfrage auch die Diagnose-Assays anderer Hersteller zur Analyse Ihrer Speichelproben nutzen.